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Die Geschichte unseres Verein.
Was lange wärt, wurde letztendlich gut ...


Fundstücke aus unserer Mitgliedschaft für Euch      

Geschichte muss nicht langweilig sein ...
Die Erinnerungen eines Altgedienten (3,5 MB)

 

 

Die Grenzen des ORPLID-Darmstadt
1960 und später

   
 Unsere Chronik für Euch findet Ihr hier.   Ein Artikel (sinngemäße Übersetzung)
aus dem Darmstädter Tageblatt vom 20.04.1904
 
       
(Zusammenfassung der Jahre 1923 - 1998)      
 1923 - 1935      
 

Am Abend des 17. Mai 1923 trafen sich auf dem Dommerberg bei Darmstadt 18 Personen, die sich um den Initiator der Freikörperkulturbewegung in Darmstadt, Dr. Hans Fuchs, gruppierten und gründeten den "ORPLID, Bund für Geistes- und Körperkultur", mit Sitz in Darmstadt.

Schon im ersten Jahr entwickelte sich unter dem Vorsitz von Dr. Fuchs ein reges Vereinsleben. Treffen und Ausflüge in Darmstadts nächster Umgebung und an die Bergstraße wurden mit Luft- und Sonnenbädem verbunden, ein Besuch der Odenwaldschule folgte. Am 23. Dezember 1924 wurde der ORPLID in das Darmstädter Vereinsregister eingetragen. Auszug aus der Satzung "...gymnastische Betätigung in Nacktheit unter verantwortlicher Leitung eines Vorstandsmitgliedes".

Es war nicht leicht, in der Öffentlichkeit Verständnis für die Bestrebungen der Freikörperkultur zu finden. Dank der unermüdlichen Arbeit von Dr. Fuchs und einigen Mitarbeitern gelang es aber, sich durch Vorträge, Filmvorführungen und Pressemitteilungen auch innerhalb größerer Kreise der Stadt Anerkennung zu verschaffen.

Als Beispiel sei der Filmvortrag "Frohe Menschen in Licht und Sonne" von Henningsen genannt, der am 4. Oktober 1925 im Mathildenhöhsaal vor 600 Besuchern stattfand. An den regelmäßigen Gymnastikstunden nahmen bis zu 40 Personen teil. Die Weihnachtsfeier 1926 in der Aula der Aufbauschule auf der Marienhöhe hatte 100 Teilnehmer. 1927 konnte der ORPLID ein Wald- und Wiesengrundstück in der Täubcheshöhle erwerben und als FKK - Platz herrichten. Auf diesem Gelände und im "Goldenen Löwen" in Arheilgen fand am 7. August 1927 der Bundestag des "Reichsverbandes für Freikörperkultur" (RFK) mit über 100 Delegierten aus dem ganzen Reich statt, auf dem Dr. Fuchs zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, einem Amt, das er bis 1930 inne hatte.

Auf Initiative von Dr. Fuchs fand das erste Treffen der europäischen Naturisten zu Pfingsten auf dem Gelände des Frankfurter Orplid in Dornholzhausen am Südhang des Taunus statt. Auf einem zweiten Treffen 1931 auf dem Gelände des "Club Gymnique" bei Paris wurde die Europäische Union der Freikörperkultur (EUFKA) gegründet und Dr. Fuchs zum Präsidenten gewählt.

Der politische Radikalismus der Nationalsozialisten machte nicht vor dem ORPLID halt. Der Vereinsbetrieb in der Täubcheshöhle wurde von 1931 an wiederholt von Randalierern gestört, die Umzäunung des Geländes an verschiedenen Stellen beschädigt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten waren die Tage des ORPLID gezählt. Am 12. April 1933 wurde das ORPLID-Gelände polizeilich geschlossen. Am 6. März 1934 wurde der Verein verboten und aufgelöst, das Vermögen wurde beschlagnahmt und eingezogen. Damit war bis zum Kriegsende dem FKK-Leben in Darmstadt die Basis genommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
       
1950 -1998      

Der Krieg und die Zerstörung Darmstadts hatten alle Verbindungen unter den früheren Mitgliedern zerrissen. Jeder hatte genug mit sich zu tun. So vergingen einige Jahre, bis sich auf eine Zeitungsanzeige hin 12 Lichtfreunde am 11. Januar 1950 trafen, um eine FKK-Gruppe ins Leben zu rufen. Man besuchte regelmäßig die Sauna, die im Kellergewölbe der ausgebombten Stadthauptkasse in der Grafenstraße eingerichtet war. Hier wurde auch beschlossen, einen FKK-Verein zu gründen, um dem Verbot gemeinsamen Saunabadens zu entgehen. Am 4. Mai 1950 unterschrieben 4 Frauen und 9 Männer in der Sauna das Gründungsprotokoll des "ORPLID, Bund für Geistes- und Körperkultur", der unter dem Aktenzeichen VR135 n ins Vereinsregister des Amtsgerichts Darmstadt eingetragen wurde. Vorsitzender war Helmut Schwabe, Kassenwart Jakob Marquard (Mitglied des ORPLID vor 1933). FKK-Möglichkeiten waren eine Obstwiese auf der Marienhöhe und an den Wochenenden eine Kiesgrube bei Gernsheim. Für die Zukunft des Vereins war jedoch die Beschaffung eines eigenen Geländes zur Ausübung der Freikörperkultur von besonderer Wichtigkeit.

Der Magistrat der Stadt Darmstadt gab schließlich am 12. März 1951 sein Einverständnis, dass der Verein das Gelände in der Täubcheshöhle wieder benutzen durfte. Die Jahresversammlung beschloss daraufhin, das Gelände wieder in Besitz zu nehmen und wählte Heinrich Peters zum Vorsitzenden. Nach Vorsprache von Peters und Marquard bei OB Dr. Engel am 28. September 1951 erklärte sich dieser bereit, für einen Kaufpreis von 500 DM das Gelände an der Täubcheshöhle dem ORPLID zurückzugeben. Der hessische Minister des Inneren erkannte am 3. Dezember 1951 den ORPLID als Rechtsnachfolger des am 6. März 1934 aufgelösten Vereins an.

Das Geländeleben begann 1952 nicht ohne Probleme. Zu Pfingsten kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen mit jungen Männern, die auf Bäume kletterten und die Mitglieder belästigten. Daraufhin machte der Polizeipräsident zur Auflage, einen fugendichten, 2 m hohen Bretterzaun um das Gelände zu errichten - Kosten ca. 10.000 DM, unerschwinglich für den ORPLID. Nach einer Ortsbesichtigung wurde diese Forderung zurückgezogen - der Verein konnte aufatmen und im April und Mai 1953 einen festen Maschendrahtzaun mit Sichtschutz errichten. Auch auf dem Gelände selbst ging die Aufbauarbeit Schritt für Schritt voran. Die massive Hütte wurde 1956 eingeweiht und bezogen. 1958 kam ein Aufenthaltsraum als Regenschutz hinzu. Ein Schwimmbad wurde 1959 geplant, 1960 ausgehoben und 1961 in Betrieb genommen. Die Finanzierung erfolgte mit Hilfe von Spenden, Darlehen und Zuschüssen. Neben der Arbeit auf dem Gelände kam die Öffentlichkeitsarbeit nicht zu kurz: 1957 veranstaltete der ORPLID die 25. gemeinsame Veranstaltung mit der Volkshochschule der Stadt Darmstadt. 1956 erkannte das Finanzamt Darmstadt den ORPLID als gemeinnützig an. Im Herbst 1961 besichtigte Oberbürgermeister Dr. Engel mit Magistratsmitgliedem die Anlagen auf dem Gelände und sprach sich anerkennend über den geleisteten Ausbau aus.

1965 wurde der Verein in "ORPLID, Bund für Freikörperkultur und Familiensport" umbenannt. Anlässlich des 40. Stiftungsfestes 1963 überbrachte eine Abordnung aus Troyes die Grüße des Heliosport, mit dem im Rahmen der Städtefreundschaft ein Freundschaftspakt geschlossen wurde. In den Jahren 1965 - 68 konnte das Gelände durch Zukauf oder Pacht bis auf ca. 85.000 m2 erweitert werden. Im Nordteil des Geländes entstand eine Jugendhütte. Für die Wasserversorgung wurde ein Ringsystem der Brunnen mit Druckpumpen eingerichtet. 1997 folgte mit erheblichem finanziellem Aufwand der Anschluss an das öffentliche Kanalnetz und 1998 der dadurch notwendige Bau eines Sanitärblockes.

1963 wurde der ORPLID als erster hessischer FKK-Verein in den Hessischen Landessportbund aufgenommen. Die Volleyballer traten zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf und spielten gegen TV Michelstadt. Sie trainierten in der Wilhelm-Leuschner-Schule. Tisch- und Ringtennisabende begannen in der Lessingschule. 1965 fand erstmals eine FKK-Vereinsschwimmstunde im städtischen Hallenbad statt.

1966 richtete der ORPLID in der Täubcheshöhle die Frühjahrswaldläufe des Leichtathletikkreises aus. Eine Trainingsgemeinschaft Ringtennis wurde mit dem SV Blau-Gelb Darmstadt gebildet. ORPLID siegte im Sportabzeichen-Wettbewerb der FKK-Vereine. Im hessischen Volleyballsport nahm ORPLID bald einen der vordersten Ränge ein, wurde dreimal Meister der Region Südwest, die Senioren II errangen sogar 1971 in Bad Neuenahr die Deutsche Meisterschaft.

Zum Bundeslager 1967 der FKK-Jugend e.V. trafen sich auf dem ORPLID-Gelände über 300 Mädchen und Jungen. Besonderen Beifall fand ein Abend mit Hannes Wader und Reinhard Mey. 1968 wurde Heinrich Peters in Lyon als Vizepräsident und Sportbeauftragter der INF, der Internationalen Naturisten-Föderation, gewählt. Seit 1969 gehören ORPLID-Schwimmer zur DFK-Auswahl, die die deutsche FKK-Bewegung bei den Schwimmwettkämpfen der INF vertritt.

1972 wurde Heinrich Peters mit der Silbernen Sportplakette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. 1979 erhielt er den Ehrenbrief des Landes Hessen und 1986 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschloss 1972 den Bau eines Vereinsheims. Planung und Ausführung übenahm Prof. Bernd Gronert. 1973 wurde der Grundstein durch den Vorsitzenden Paul Ulrich gelegt, 1975 konnte das Vereinsheim eingeweiht werden mit Gaststätte, Terrasse und Cafegarten, Tanz- und Versammlungssaal mit Galerie, Sauna mit Nebenräumen.

1976 weist der Sportentwicklungsplan der Stadt die Bemerkung auf: "ORPLID-Anlagen großartiges Beispiel einer Kombination von Sport- und Freizeiteinrichtungen".

Auf Initiative von Karl-Ludwig Wegmann wurde 1977 eine Tanzsportgruppe gegründet und 1979 als "TSA im ORPLID Darmstadt" in den Deutschen Tanzsportverband aufgenommen. Ein erster Erfolg waren 12 Tanzsportabzeichen.

1979 und 1985 richtete der ORPLID-Darmstadt die 8. bzw. 14. Süddeutschen Ringtennis-Freizeitspiele aus. Für diese jeweils zweitägigen Turniere wurden alle vorhandenen Sportfelder zu zehn Ringtennisfeldern umgebaut, auf denen 150 Spiele mit ca. 450 Spielern und Spielerinnen stattfanden.

1980 fand eine Gedenkstunde für Dr. Hans Fuchs mit Enthüllung einer Gedenktafel statt, der am 10. September 1944 bei einem Bombenangriff auf Darmstadt den Tod gefunden hatte.

1981 konnte der Verein 140 Sportabzeichen melden.

1983 hatte der ORPLID 1268 Mitglieder. Im folgenden Jahr musste ein Aufnahmestop ausgesprochen werden. 1984 stellte der ORPLID den Volleyball-DFK-Meister im Mixed und den INF-Europa-Meister im Mixed.

1985 richtete die Tanzsportgruppe im Orplidheim erstmals einen Tanzwettbewerb aus. 1986 stieg die 1. Damenmannschaft im Volleyball in die 1. Bundesliga auf und wurde als Mannschaft des Jahres vom Magistrat ausgezeichnet.

Pfingsten 1989 fanden auf dem Gelände die DFK- Schwimm-Meisterschaften statt. Im Volleyball spielte 1990 die 1. Damenmannschaft gegen die DDR-Nationalmannschaft. Die Indiaca-Manrischaft hatte 1991 ein sehr erfolgreiches Jahr und gewann Pokale in Mannheim und Kempten. Austragung und Gewinn der DFK-Volleyball-Meisterschaft im Mixed.

1993 gab es zwei Jubiläen: 70 Jahre ORPLID und 30 Jahre Jumelage mit dem Club du Soleil in Troyes. Dessen Präsident Gilles Husson erhielt im Rahmen des Europatages die Freundschaftsplakette der Stadt Darmstadt, kurz darauf Otto Niederheiser, sein Partner beim ORPLID. Im gleichen Jahr schnitten ORPLID-Schwimmer bei den INF-Schwimm-Meisterschaften in Hamburg hervorragend ab.

Die ORPLID-Jugend nahm gerne Angebote wahr wie Wanderfahrten mit Zeltlager, Spielfeste, abwechslungsreiche Ferienbeschäftigungen u.s.w.

Im Mai 1997 richtete der ORPLID die DFK-Indiaca-Meisterschaften aus und wurde Deutscher Meister, ebenfalls im Mai 1998. Auf dem DFK-Verbandstag am 3. Mai 1997 in Oberwesel trat die Tanzsportgruppe des ORPLID auf.

Und dazwischen immer wieder Lauftreff, Sportabzeichen, Blutspendeaktionen, ORPLIDLON (= Triathlon für jeden), Tanzsportabzeichen, Ringtennis und Tischtennis und Boule; im Winterhalbjahr zusätzlich regelmäßig Schwimmen im Zentralbad und Wanderungen.